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Montag, 1. Juli 2013

Migräne-Gen entdeckt

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen und können, für die davon Betroffenen, das Leben zur Qual werden lassen. Entsprechend motiviert sind Ärzte und Wissenschaftler, die Ursache und Behandlungsmöglichkeiten von Kopfschmerzen zu ergründen. Verantwortlich dafür können Umweltfaktoren oder genetische Dispositionen sein. Für neurologisch verursachte Migräne haben US-amerikanische Forscher jetzt ein Gen identifiziert, das für eine höhere Migräne-Anfälligkeit verantwortlich ist.

Neben der höheren Migräne-Anfälligkeit bewirkt es eine Kombination verschiedener weiterer Beeinträchtigungen, wie einen gestörten Schlaf-Rhythmus und eine allgemein höhere Schmerzempfindlichkeit.

Dies geschieht durch die Produktion des Enzyms Caseinkinase, die von dem gefundenen Gen vermindert wird. Es war bereits bekannt, dass Caseinkinase die Funktion der inneren Uhr regelt. Jetzt zeigte sich, dass das Enzym auch Einfluss auf die Signalwege im Gehirn hat. Wie genau dadurch Schmerzen entstehen, ist noch nicht klar. Eine wahrscheinliche Möglichkeit ist, dass schmerzlindernde Hormone, aufgrund der Störung, nicht in ausreichendem Maße weiter geleitet werden. Es ist nicht das einzige, Kopfschmerz und Migräne regelnde Gen, doch für die Wissenschaftler ist der Fund ein wichtiger Schritt, für die Entwicklung effektiver Therapieoptionen.

Wie im Fachjournal "Science Translational Medicine" veröffentlicht wurde, bestehen gute Chancen, zeitnah wirksame Therapien zu entwickeln, die auf den neuen Erkenntnissen aufbauen. Weitere Informationen zum Thema Kopfschmerzen; Neuigkeiten, Erfahrungen und Tipps für den Umgang mit den verschiedenen Kopfschmerzformen, können unter             
www.die-kopfschmerzen.de abgerufen werden.

Samstag, 29. Juni 2013

Hohe Qualitätsunterschiede in Krankenhäusern

Rund 2000 Krankenhäuser gibt es insgesamt in Deutschland. Achtzig Prozent aller Deutschen sind mit der Qualität der Krankenhäuser zufrieden. Trotzdem sollten Patienten, denen eine Operation bevorsteht, die Wahl des Krankenhauses mit Bedacht treffen. Denn die Qualitätsunterschiede sind 

erschreckend groß. Nach Ansicht der GKV liegt dies an einer zu hohen Anzahl an Krankenhäusern, denen es an Spezialisierung fehlt. Deshalb fordern die Gesetzlichen Krankenkassen, dass in der nächsten Legislaturperiode eine Strukturreform durchgeführt werden sollte. So können "Spezialoperationen nicht mehr in jeder Wald-und-Wiesen-Klinik gemacht werden", kritisierte der GKV-Sprecher, Florian Lanz. Dabei stützt sich die GKV auf die Analyse der Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG). Diese hat die die Krankenhausberichte verglichen und ausgewertet. 

Das ergab, das Behandlungen und Operationen in nicht darauf spezialisierten Kliniken wesentlich häufiger zu Komplikationen kommt. Im schlechtesten getesteten Krankenhaus lag beispielsweise die Komplikationsquote für Hüft-Operationen mehr als 17 Mal höher, als in einer Spezialklinik. "Wer sich für das falsche Krankenhaus entscheidet, kann das unter Umständen mit seinem Leben bezahlen", warnt Benjamin Grosch, Partner der Beratungsfirma BCG. Aktuell ist es allerdings schwierig für Patienten, die Unterschiede zwischen den einzelnen Krankenhäusern zu erkennen. 

Zwar müssen alle Krankenhäuser seit 2004 Qualitätsberichte vorlegen, doch diese sind derart anonymisiert, dass sie für Patienten ohne Vorwissen nur schwer verständlich sind. Die BCG empfiehlt deshalb eine bundesweite Registratur, in der die kompletten Krankheitsverläufe von Patienten, inklusive eventuelle Komplikationen gespeichert werden und für andere einsehbar sind.

Sonntag, 23. Juni 2013

Bundesärztekammer prüft Blutspendeverbot für Homosexuelle

Die Bundesärztekammer hat sich des umstrittenen Blutspende-Verbots für Homosexuelle angenommen. Dieses soll auf seine Notwendigkeit hin geprüft werden, wie die Bundesärztekammer mitteilte. Geplant ist, den grundsätzlichen Ausschluss abzuschaffen, da dieser eine pauschale Bewertung und Verurteilung _aller_ homosexueller Menschen

 darstellt. Statt dessen soll individuell, aufgrund des Risikoverhaltens, entschieden werden. In einem Interview erklärte der Bundesgesundheits- minister Daniel Bahr, dass er den Vorstoß der Bundesärztekammer begrüße. Bahr: "Es ist eine medizinische Entscheidung, aber der faktische Ausschluss von homosexuellen Männern wird nicht verstanden. Wir brauchen mehr Menschen, die bereit sind, Blut zu spenden. Wenn bessere medizinische Kriterien von den Experten gefunden werden, ist das ein Fortschritt". Trotzdem soll auch in Zukunft die Sicherheit über die Annahme oder Ablehnung von Spenderblut entscheiden.

Sonntag, 16. Juni 2013

550 Mio gefälschte Medikamente beschlagnahmt

550 Millionen Schachteln gefälschter Medikamente, hat die Polizei bei einer internationalen Razzia, in insgesamt 23 afrikanischen Ländern beschlagnahmt. Deren Untersuchung ergab, das ein Großteil von ihnen nicht nur unwirksam gegen jeweiligen Krankheiten, sondern viele sogar gefährlich und tödlich waren, wie die Weltzollorganisation in einer öffentlichen Stellungnahme mitteilte. 

Darunter befanden sich beispielsweise falsche Antibiotika, Schmerz- und Diabetesmittel. Beteiligt an der großangelegten Razzia waren unter anderem die Behörden von Algerien, Angola, Südafrika, Kamerun und der Demokratischen Republik Kamerun. Die Ermittler konnten den Ursprung der gefälschten Medikamente nach Asien und dem Nahen Osten zurück verfolgen. Die Weltgesundheitsbehörde ist besorgt über das Ausmaß der im Handel befindlichen Fälschungen. 

Sechs bis fünfzehn Prozent aller weltweit auf dem Markt befindlichen Medikamente sind gefälscht und dementsprechend ungeprüft und gefährlich. In Afrika liegt deren Anteil sogar bei 30 bis 70 Prozent. So starben beipielsweise 1995 in Niger 2500 Menschen, hauptsächlich Kinder, durch einen gefälschten Impfstoff gegen Meningitis.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Pille danach rezeptfrei in den USA

Ab sofort ist die "Pille danach" in den USA rezeptfrei verkäuflich. Aufgrund einer diesbezüglichen Gerichtsentscheidung musste jetzt die US-Regierung ihren Widerstand dagegen aufgeben. Zehn Jahre dauerte der Rechtsstreit, bis im April dieses Jahres die bisherige Regel, dass Frauen unter 17 Jahren das Medikament nur mit einem ärztlichen Rezept erhalten, gekippt. 

Als Begründung gab das Gericht an, dass die bisherige Regel "politisch motiviert" sei und jeglicher wissenschaftlich-medizinischer Grundlage entbehre. Die "Pille danach" enthält die selbe Wirkstoffkombination, wie herkömmliche Anti-Baby-Pillen, nur in einer höheren Dosierung. Durch sie kann eine Schwangerschaft auch 

noch drei Tage nach einer möglichen Befruchtung verhindert werden. Zwar müssen die Arzneimittelhersteller jetzt noch einen offiziellen Antrag an die Arzneimittelbehörde FDA stellen, doch nach der Gerichtsentscheidung ist dies nur noch eine Formsache. Die FDA erklärte bereits, dass ein solcher Antrag "umgehend genehmigt" werden wird.

Sonntag, 9. Juni 2013

Deutsche fühlen sich gesünder - sind es aber nicht

Wie die Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zeigt, treiben Deutsche aktuell mehr Sport, als noch vor zehn Jahren. Umfragen belegen, dass sie sich gesundheitlich auch besser fühlen. Das klingt zwar positiv, doch ein erkennbarer Nutzen konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. 

Obwohl rund drei Viertel aller Befragten ihre Gesundheit als gut einschätzen, spiegelt sich das nicht in den erhobenen Daten wider. So stieg die Zahl der Diabetes-Erkrankungen um mehr als 30 Prozent, 

eine Folge der ebenfalls gestiegenen Anzahl Übergewichtiger. Ein weiterer nachgewiesener Fakt ist die Korrelation von Einkommen und Gesundheit. "Die Gesundheit hängt stark von der sozialen Stellung ab", erklärt Thomas Ziese, vom Robert-Koch-Institut. Menschen mit geringerer Bildung und Einkommen, haben beispielsweise häufiger Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder psychische Krankheiten. Für die vorliegende Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland wurden medizinische Untersuchungen und Befragungen von insgesamt 8152 Personen über 18 Jahren ausgewertet.

Samstag, 25. Mai 2013

Vitamin C wirkt gegen Tuberkulosebakterien

Das Vitamin C entzündungshemmend wirkt, da es imstande ist, aggressive Sauerstoffverbindungen aufzuspalten, ist schon lange bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler festgestellt, dass Vitamin C auf Tuberkuloseerreger den gegenteiligen Effekt hat. Hier verstärkt es die Bildung von Sauerstoffradikalen - allerdings zum Schaden der Bakterien. Tuberkulosebakterien gehören zu den am empfindlichsten, auf Vitamin C reagierenden Bakterien. Damit könnte die Gabe von Vitamin die Therapie von Tuberkulose-Patienten ergänzen und die 

Heilungschancen vergrößern. „Wirkstoffe, die das Absterben der Tuberkulosebakterien beschleunigen, könnten die Therapiedauer deutlich verkürzen“, erläutert einer der Studienmitarbeiter, William Jacobs, vom Albert Einstein College of Medicine in New York. Bisher ist es so, dass Tuberkulosepatienten sich auf eine sehr langwierige Therapie einstellen müssen. Für mindestens sechs Monate ist derzeit die Einnahme von zwei verschiedenen Antibiotika-Präparaten nötig, in vielen Fällen, erstreckt sich die Behandlung sogar über zwei Jahre und länger. 

Das liegt an der teilweisen Antibiotika-Resistenz vieler Tuberkulose-Stämme. Umso positiver ist das Forschungsergebnis der New Yorker Wissenschaftler, denn wie deren Laboruntersuchungen zeigte, starben die Antibiotika-resistenten Tuberkulosestämme durch die Zugabe vonVitamin C genauso schnell, wie deren nicht-Antibiotika-resistenten Verwandten.

Samstag, 4. Mai 2013

Vogelgrippe (noch) nicht zwischen Menschen übertragbar

China hat jetzt die Übertragbarkeit der Vogelgrippe zwischen Menschen überprüft. Die Sorge, dass der Vogelgrippevirus bereits mutiert und auch von Mensch zu Mensch übertragen wird kam auf, als mehrere Mitglieder einer Familie erkrankten. Glücklicherweise stellten die Wissenschaftler fest, dass der Grund für diese Häufung der Kontakt 

aller Familienmitglieder, mit infizierten Hühner war. Trotzdem ist die Situation nicht ungefährlich. Die betroffene Familie war an dem sehr aggressiven H7N9-Virus erkrankt, der sehr oft zum Tod führt. 17 von 70 infizierten Menschen starben bisher daran. China gilt als besonders gefährdet, da das 'Land der Mitte' weltweit die größte Geflügelproduktion - allerdings nicht mal annähernd, europäische Hygienestandards. 

Dadurch haben sehr viele Chinesen Kontakt mit krankem Geflügel, was auch schon früher, zum Beispiel beim Ausbruch der Lungenkrankheit SARS, zu lokalen Epidemien führte. Die Gefahr: Aufgrund der globalen Vernetzung müssen diese Epidemien nicht ewig räumlich begrenzt bleiben.

Ärzte gegen Komasaufen

Mediziner warnen vor Komasaufen. Immer öfter müssen deswegen auch Jugendliche ärztlich behandelt werden. Jetzt ausgewertete Statistiken zeigen dabei einen deutlichen regionalen Unterschied in der Häufigkeit dieser Fälle. So ist die Zahl Jugendlicher, die aufgrund von Alkoholexzessen in Krankenhäuser eingeliefert werden im Süden Deutschlands höher, als im Rest des Landes. Den traurigen Rekord hält die bayerische Stadt Memmingen. Hier kamen 2012 auf 10.000 Jugendliche 99 Fälle von extremen Alkoholmissbrauch, bei 

Kindern und Jugendlichen. Im Rheinland-Pfälzischen Pirmasens lag die Zahl bei 89 pro 10.000 und in Schweinfurt (Bayern) bei 83. In anderen Städten wie Hamburg oder Berlin, wurden dagegen nur 13, bzw. 14 Fälle registriert, was signifikant unter dem Wert der genannten süddeutschen Städte liegt. Insgesamt mussten in Deutschland, innerhalb eines Jahres, 26.400 Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren wegen Alkoholmissbrauch medizinisch behandelt werden.